Historie:

Der Begriff "Verkehrsbild" und seine Entstehungsgeschichte
Das "Verkehrsbild" wurde vermutlich von Günter Stetza, dem späteren langjährigen Vorsitzenden des "Verbandes Deutscher Verkehrs-Amateure" (VDVA) schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts aus der Taufe gehoben. In den Mitgliederverzeichnissen der "Sammlergruppe Verkehr" waren schon sehr früh auch die Interessensgebiete der Teilnehmer angegeben: Es entstand das Kürzel "Vb" für Verkehrsbilder. Dieses Kürzel und der Begriff dafür bürgerte sich dann auch in späteren Tausch-, Angebots- und Suchanzeigen ein, so in dem ab 1946 von Stetza herausgegebenen "Sammlerbrief". Parallel dazu war auch die Bezeichnung "Lichtbild" für einen vom Negativ auf Fotopapier gebrachten Abzug in Verwendung, ohne dass er Rückschlüsse auf die Art des Gezeigten zuließ.

Bereits im Januar 1949 bot Peter Boehm in Stetzas "Der Sammler-Brief" seine Fotos zum Verkauf und Tausch an und legte damit den Grundstein für seine große, heute von Axel Reuther betreute Sammlung an eigenen und fremden Negativen und Abzügen.
Die Schaffung des Begriffes "Verkehrsbild" dürfte auch mit dem 1929 von einigen bahnbegeisterten Studenten an der Technischen Hochschule in Darmstadt gegründete "Deutsche Lokomotivbild-Archiv" (DLA) zu Zusammenhang gestanden haben. Dieses bot "Lokomotivbilder" zum Kauf an. Da die meisten Verkehrsfreunde aber auch andere Bestandteile des Bahnwesens fotografierten, schien der Begriff des "Verkehrsbildes" hier passender. Heute wird er in der Regel für Aufnahmen aus dem Bereich des städtischen Nahverkehrs verwendet, im Eisenbahnbereich haben sich die Begriffe "Eisenbahnbild" oder "Bahnfoto" etabliert. Der Kategorie der "Verkehrsbilder" sind in früheren Jahren aber auch andere Aspekte des Verkehrs wie Landfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge zugeordnet worden. Stetza als freier Journalist und Verkehrsreferent berichtete in zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen über alle Aspekte des Themas Verkehr und sammelte hierzu die entsprechenden Fotos.
Von der Werksaufnahme über die Ansichtskarte zum Amateur-foto
Bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war die Anfertigung von Fotos hauptsächlich das Metier von professionellen Fotografen. Die dazu benötigte Ausrüstung in Form einer Kamera und des Trägermaterials in Form von Bildplatten war teuer und daher für Privatpersonen kaum erschwinglich. Die Aufnahmegeräte waren zudem schwer und unhandlich, so dass alleine schon dem Transport über längere Strecken Grenzen gesetzt waren. Fotografen bildeten einen gefragten Berufsstand und in vielen Städten entstanden entsprechende Ateliers und Fotoverlage. Neben der "Personenfotografie" stellten auch die Bereiche "Technik" sowie "Stadt- und Landschaft" wichtige Felder der Tätigkeit eines Fotografen dar. Ging der Kunde für ein Portraitfoto ins Atelier und ließ sich dort in für ihn vorteilhafter Pose ablichten, so gehörte der Technik-Fotograf zu den "Außendienstlern", denn er musste mit seiner Ausrüstung an den Ort des Geschehens reisen um Objekte fotografisch zu dokumentieren. Nahezu jeder größere Hersteller von beweglichen oder statischen Objekten besaß einen eigenen Fotografen.
Die Werksaufnahme dokumentierte auch bei den Hersteller von Schienenfaherzeugen die Produkte sehr akribisch. Schon die Einzelteile, aus denen später ein Fahrzeug entstehen sollte wurden im Bild festgehalten. Auch in der Produktionsphase war der Fotograf gefragt, das Objekt in unterschiedlichen Zuständen der Entstehung festzuhalten. Das fertige Produkt wurde dann in der Regel immer am gleichen Punkt innerhalb des Werkes aus verschiedenen Blickwinkeln heraus fotografiert. Diese Arbeiten dienten nicht nur der Dokumentation sondern auch der Werbung, so in den jeweiligen Fabrikkatalogen. Die Aufnahmen entstanden auf großformatigen Platten, so dass die geschaffenen Abzüge von hervorragender Qualität waren. Neben den Herstellern hielten auch die Elektrofirmen die von ihnen ausgerüsteten Fahrzeuge und Betriebe auf gleiche Weise im Bild fest. Da die Aufnahmen auch als Werbung gesehen wurden, erfolgte eine recht breite Streuung mit dem Ergebnis, dass eine Vielzahl dieser Zeugen früher Verkehrsfotografie noch heute in den verschiedensten Sammlungen vorhanden und zugänglich sind. Häufig ist dies auch der Initiative von Privatpersonen oder Vereinigungen zu verdanken, die beherzt eingriffen und retteten, was von offiziellen Stellen der Vernichtung zugeführt werden sollte.
Zwei Beispiele typischer Werksaufnahmen der Hersteller. Links ein Triebwagen für die Nürnberg-Fürther-Straßenbahn bei der MAN 1914, rechts ein Gelenkwagen der Düsseldorfer Waggonfabrik aus dem Jahre 1960. Typisch für die Herstelleraufnahmen war der stets gleiche Aufnahmestandpunkt, bei MAN die Schiebebühne zwischen den Fertigungshallen, bei der Düwag das Freigelände davor mit dem markanten Schornstein im Hintergrund. Die Aufnahmen stammen aus der Bildsammlung P.H. Prasuhn.
Von speziellen Verlagen produzierte Ansichtskarten mit Stadtansichten und Motiven regionaler Sehenswürdigkeiten entstanden schon früh und in unüberschaubarer Stückzahl. Sie wurden über ein dichtes Vertriebsnetz von Tabakläden, Buchhandlungen und Souvenirgeschäften vorwiegend regional an den Mann oder die Frau gebracht. Im Dienste der Verlage zogen deren Fotografen umher um ihre Aufnahmen zu machen. Zum Glück betrachteten sie z.B. eine durchs Bild fahrende Straßenbahn als belebendes Element der Szene und trugen so mit dazu bei, dass auch Ansichtskarten bei der Dokumentation des städtischen Nahverkehrs besonders in seinen Anfangsjahren eine bedeutende Rolle spielen. Auch hier ist dank großer Auflagen und entsprechender Verbreitung sehr viel Material bis in die heutige Zeit gerettet worden und ein großer Kreis von Sammlern und Vereinigungen schafft den Zugang dazu.
Links eine Ansichtskarte aus Dortmund aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dass der Fotograf hier auf das Erscheinen der Straßenbahn gewartet hat ist offensichtlich. Die Aufnahme rechts endstand in den fünfziger Jahren in Krefeld. Auch hier diente der Zug der Düsseldorfer Fernbahnlinie K als willkommene Bereicherung des Bildes. Beide Ansichtskarten stammen aus der umfangreichen Sammlung von Peter Boehm.
Amateurfotos, also Aufnahmen von Privatpersonen mit Bahnmotiven entstanden in Deutschland erst ab den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Eisenbahnen und Straßenbahnen dienten auch schon früher immer wieder als Kulisse hauptsächlich für Personenaufnahmen oder sie wurden bei touristischen Aufnahmen mit ins Bild genommen, sie waren aber nicht der Hauptzweck des Bildes. Obwohl sie qualitativ häufig mit Mängeln behaftet sind, stellen auch diese Bilder wertvolle Dokumente der Zeitgeschichte dar.
Auf dem Gebiet der Eisenbahn war in Deutschland der Kölner Carl Bellingrodt einer der ersten, die gezielt die Eisenbahn als Motiv auswählte. Erste Aufnahmen entstanden bereits während des Ersten Weltkrieges und dank einer guten Geschäftsidee und daraus resultierenden Kapitals besaß der spätere Finanzbeamte den Weitblick, dieses in eine professionelle fotografische Ausrüstung zu investieren. Sein Vorgehen zur gezielten fotografischen Erfassung von Lokomotiven war dabei ebenso wenig amateurhaft wie sein "Blick fürs Motiv". Nicht nur Bellingrodt, sondern auch vieler seiner späteren Kollegen, welche das Fotografieren von Verkehrsmitteln als Privatperson und Freizeitbeschäftigung betrieben, arbeiteten sehr professionell, so dass der Begriff "Amateur", wie er gerne auch in abwertendem Sinne benutzt wird, nicht zutrifft. Ende der zwanziger Jahre fand sich an der Technischen Hochschule in Darmstadt ein Kreis bahnbegeisterter Studenten, welche das Deutsche Lokomotivbild-Archiv (DLA) mit dem Ziel einer möglichst lückenlosen fotografischen Dokumentation aller Lokbaureihen aus der Taufe hoben. Da das Studieren nur wohlhabenderen Kreisen vorbehalten war, konnten sie auch in eine entsprechende fotografische Ausrüstung investieren. Sehr bald stieß auch Carl Bellingrodt zu diesem Kreis. Die vom DLA herausgebrachten "Lokbildpostkarten" erfuhren eine weite Verbreitung und trugen mit dazu bei, dass auch andere Bahnbegeisterte sich in der Bahnbildfotografie versuchten. Leider verhinderte eine einfache Ausrüstung hier oft brauchbare Ergebnisse und trübte auch die Freude am Tun. Während die meisten Mitglieder des DLA strikt dem fotografischen Auftrag nachkamen, fand Carl Bellingrodt auch Gefallen an städtischen Verkehrsmitteln. Besonders im Bereich seines späteren Wohnorts Wuppertal entstanden durch den Finanzbeamten auch auf diesem Sektor etliche Aufnahmen in entsprechender Qualität.
Als einer der ersten deutschen Privatfotografen für den Bereich Nahverkehr gilt der 1906 in Frankfurt geborene Arztsohn Friedrich Grünwald. Er entdeckte schon sehr früh sein Interesse an städtischen Verkehrsmitteln und wurde dabei zum Glück auch von seinen Eltern gefördert. So besaß er schon sehr früh eine gute Kamera und Geld für entsprechendes Filmmaterial im notwendigen Umfang. Bereits als 18jähriger besuchte er 1924 alleine die große Eisenbahnausstellung in Seddin bei Berlin und fertigte erste Aufnahmen an. Besuche auf Ausstellungen in Müchen 1925 und Essen 1928 folgten. Die Aufnahme seines Studiums in Darmstadt brachte sehr schnell den Kontakt zu den Gründern des DLA und Grünwald engagierte sich in deren Kreis sehr bald für Verkehrsbelange. Anders als seine Kollegen, welche ihren selbst gestellten Auftrag zur Schaffung von "Typenbildern" meist sehr kompromißlos umsetzten, achtete Grünwald bei seinen Aufnahmen darauf, das Verkehrsmittel in seiner Umgebung samt Personal und Fahrgästen zu dokumentieren. Statische Fahrzeugaufnahmen waren nicht sein Ding. Dank der finanziellen Unterstützung seiner Eltern unternahm Grünwald noch während der Studienzeit zahlreiche Reisen zu den Verkehrsbetrieben im Deutschen Reich. Er schaffte es allerdings nicht, alle der fast 300 Betriebe mit Straßenbahnen zu besuchen. Ab 1936 machte er sein Hobby zum Beruf und trat zunächst in die Dienste der Straßenbahn Hannover ein - ab 1940 wurde der Betriebsleiter der Straßenbahn von Offenbach am Main. Seine fotografische Tätigkeit erweiterte sich nun auch auf das benachbarte Ausland, neben städtischen Verkehrsmitteln fanden auch Eisenbahnen und Verkehrsbauten sein Interesse. Es entstand eine umfangreiche Sammlung von 6 x 9cm Negativen in guter Qualität und hohem dokumentatorischem Wert. Leider schränkte eine Lungenkrankheit die Tätigkeiten Grünwalds ab 1936 immer häufiger ein. Nicht ganz 40 Jahre alt starb er daran viel zu früh im Jahre 1947.
Seine Negativsammlung überstand die Wirren des Zweiten Weltkriegs zum Glück unbeschadet, nach seinem Tod kümmerten sich zunächst seine Sammlerkreis-Kollegen Stetza und Magdeburg mit einem dafür gegründeten "Verkehrsarchiv Grünwald" um den Nachlass, der neben Negativen und Fotos aus einer großen Zahl von sonstigen Dingen mit Straßen-bahnbezug bestand. Die Fotosammlung wurde schließlich an Maximilian Krafft weitergegeben, der als Mitarbeiter der Offenbacher Straßenbahn noch beruflich mit Grünwald Kontakt hatte und dessen Interesse teilte. Er sorgte dafür, dass sie einem größeren Kreis zugänglich gemacht wurde. Zahlreiche Veröffentlichungen wurde mit Grünwalds Aufnahmen bestückt und ließen den Fotografen nun weithin bekannt werden. Nach dem Tod von Krafft im Jahre 1980 gelangte dessen Nachlass an den Frankfurter Verkehrsfreund Günter H. Köhler, welcher diesen im Sinne Kraffts fortführte. Noch vor seinem Tod 2005 verfügte Köhler, dass seine Sammlung an den Verband Deutscher Verkehrs-amateure (VDVA) übergehen soll. Neben den Aufnahmen aus der Sammlung Grünwald/Krafft gehören neben dem eigenen fotografischen Schaffen Köhlers auch Nachlässe anderer Fotografen, die von ihm übernommen und betreut wurden, zum Bestand der VDVA-Bildsammlung.
Zwei Fotos aus der Kamera von Friedrich Grünwald, dem Pionier der Straßenbahn-Amateurfotografie. Links ein Zug der Saarbrücker Straßenbahn im Jahre 1942, rechts ein Bild aus der Frühzeit der fotografischen Tätigkeit von Grünwald, welches 1928 in Remscheid entstand. Allen seinen auf Mittelformat-Negativen entstandenen Bildern gemeinsam ist die gute Qualität und der "Blick fürs Motiv". Dieser fotografische Schatz wird heute vom Bildarchiv des Verbandes Deutscher Verkehrsamateure (VDVA) betreut.
Der Nachlass von Günter Köhler ergänzt die von Günter Stetza begonnene Bildsammlung des Verbandes mit Aufnahmen von städtischen Verkehrsmitteln aus Deutschland und den Nachbarländern.
Neben Friedrich Grünwald war auch der 1911 in Berlin geborene Günter Stetza einer der "Verkehrsfreunde der ersten Stunde". Anders als Grünwald fotografierte er selbst nur wenig, sondern beschränkte sich hier auf das Sammeln von Aufnahmen, für die er selbst - wie zu Beginn bereits erwähnt - schon in den dreißiger Jahren den Begriff "Verkehrsbild" geprägt hatte. Stetzas publizistischem Wirken und seinen Bemühungen, die Szene der Verkehrsfreunde zu organisieren und zusammenzuführen ist es wohl hauptsächlich zu verdanken, dass die fotografische Tätigkeit in deren Kreis einen enormen Aufschwung erfuhr. In seinem Mitteilungsblatt "Sammlerbrief" warb er unermüdlich dafür, Verkehrsmittel systematisch fotografisch zu erfassen. Er erstellte Regeln für bestimmte Aufnahmetechniken (angelehnt an diejenigen des DLA) und die richtige Beschriftung und Katalogisierung von Bildern. Er musste aber auch feststellen, dass seine Bemühungen oft nicht den den gewünschten Anklang fanden. Ähnlich individuell wie die Interessensgebiete der einzelnen Verkehrsamateure waren auch deren fotografischen Ambitionen. Dies begann oft schon bei einer ungenügenden Ausrüstung mit entsprechenden qualitativen Ergebnissen, dem fehlenden "Blick fürs Motiv" oder einer von individuellen Vorstellungen geprägten Arbeitsweise. Nicht wenigen Freunden genügte es auch, ihre Bilder "für das private Fotoalbum" zu machen und sie hatten überhaupt kein Interesse daran, andere an ihrem Schaffen teilhaben zu lassen.
In dem von Stetza bereits ab 1946 herausgegebenen Mitteilungsblatt "Der Sammler-Brief", welches nach Gründung des VDVA den Namen "Der deutsche Verkehrsamateur" trug, ermunterte er den Kreis der Amateure immer wieder, wie hier im Jahre 1952, zur Dokumentation des Verkehrsgeschehens auf Bildern. Umfasste das Wirken bis Mitte der fünfziger Jahre auch den Bereich Eisenbahn, so konzentrierten sich die Aktivitäten von Stetza und dem VDVA danach fast ausschließlich auf den städtischen Nahverkehr.
Der "Stetza-Kreis", ab 1956 als "Verband Deutscher Verkehrsamateure" (VDVA)" geführt, brachte zum Glück eine Reihe von Verkehrsamateuren dazu, im Sinne des Initiators aktiv zu werden und die fotografische Tätigkeit zu professionalisieren und systematisch zu betreiben. Unter den VDVA-Mitgliedern enstand im Laufe der Jahre auch eine Art Netzwerk, die für den Fall des Ablebens eines Beteiligten dafür sorgte, dass der fotografische Nachlass von Kollegen übernommen und gepflegt wurde. Auf diese Weise sind eine Vielzahl von Aufnahmen gerade aus den fünfziger und sechziger Jahren erhalten geblieben, die ansonsten von ahnungslosen oder desinteressierten Erben und Nachlassverwaltern der Vernichtung zugeführt worden wären. Durch diese weitgehend private Initiative ist eine nahezu lückenlose fotografische Dokumentation der Nachkriegsentwicklung für den Bereich des Nahverkehrs nicht nur für Deutschland sondern auch etliche andere Länder möglich.
Peter Boehm und Dieter Waltking waren zwei der Verkehrsfreunde, die schon früh ihr fotografisches Schaffen systematisierten und gezielt Betriebe aufsuchten, um die dortigen Verkehrsmittel zu fotografieren. Im Bild links setzte Peter Boehm im Jahre 1956 den Duisburger Harkort-Gelenkwagen meisterhaft in Szene. Die rechte Aufnahme von Dieter Waltking entstand bereits 1953 in Reutlingen. Das Fotografieren von Bahnen und Bussen fand dabei auch häufig das freundliche Interesse des Personals. Die Negative beider Fotografen werden heute von Axel Reuther betreut.
Von der schwarz-weiß-Aufnahme zum Farbbild
Der überwiegende Teil der Sammlung besteht aus schwarz-weiß Aufnahmen. Diese Filmart war bis in die sechziger Jahre hinein die am weitesten verbreitete. Zwar gab es den Farbfilm bereits seit den 1940er Jahren, er war jedoch teuer und seine Handhabung lange Zeit nur Spezialisten mit entsprechender Ausbildung möglich. Im Bereich der Amateurfotografie setzte sich die Farbaufnahme nach zaghaften Anfängen Ende der 1950er Jahre erst mit der Verfügbarkeit günstigerer Dia- oder Negativfilme erst in den 1970er Jahren in größerem Maße durch. Gute Ergebnisse waren bei Verwendung von Farbfilmen aber wesentlich stärker von den äußeren Einflüssen abhängig als bei schwarz-weiß Filmen. Nicht zuletzt deswegen blieb der Großteil der Verkehrsfotografen sehr lange dieser Filmart treu. Teilweise arbeiteten sie parallel mit zwei Kameras um nur bestimmte, dafür lohnende und geeignete Motive in Farbe aufzunehmen. Im technischen Bereich standen die Berufsfotografen der Farbfotografie lange Zeit eher ablehnend gegenüber, glaubten sie doch mit dem schwarz-weiß Bild eine aussagekräftigere Dokumentation schaffen zu können. So entstanden Werkaufnahmen noch lange Jahre ausschließlich in dieser Form.
In welcher Form Aufnahmen in den einzelnen Sammlungen vorhanden sind, ist den Angaben bei den einzelnen Fotografen im Bereich der Sammlungsinhalte zu entnehmen.
Es ist das Bestreben des Initiators dieses Internetauftritts, diese Dokumentation nicht nur zu systematisieren und zu erweitern, sondern vor allem, sie anderen Interessenten zugänglich zu machen.
Axel Reuther