Neuigkeiten

27.11.2018

Material aus Belgien erweitert die VDVA-Bildsammlung
IIm April 2018 nahm die in Brüssel ansässige Vereinigung MuPDoFer (Musée Privé de Documentation Ferroviaire) Kontakt mit dem VDVA auf, da sie Teile ihrer umfangreichen Bildsammlung aus Platzgründen abgeben und sich auf den Benelux-Raum beschränken wollte. Anfang Mai fand eine Besichtigung des Materials über Straßenbahnen und Eisenbahnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt, welche aufgrund der guten Struktur und Qualität der Bilder in einen sofortigen Ankauf mündete. Der Bestand umfasst mehrere Tausend Fotografien, überwiegend in schwarz-weiß, von Fotografen zumeist aus Belgien mit Aufnahmeschwerpunkt der 1950er bis 1970er Jahre. Es gibt auch eine kleine Sammlung Dias aus den 1970er Jahren. Auch zahlreiche historische Ansichtskarten bereichern die Sammlung. Die bestehende Sortierung ist in einem ersten Schritt nach der Übernahme der beim VDVA vorhandenen angepasst und dabei das Material gleichzeitig gesichtet worden. In einem nächsten Schritt sollen die Bilder von den viel Platz beanspruchenden A5-Karteikarten in Karteikästen umsortiert und bei dieser Gelegenheit auch mit einer Signatur versehen werden. Dabei soll dann auch eine Übersicht der vorhandenen Betriebe erstellt werden.

Wenn es die Zeit erlaubt, soll anschließend begonnen werden, die Bilder nach und nach zu scannen, wobei bei der Reihenfolge der historische Wert und das zu erwartende Interesse im Vordergrund stehen werden.  

Übernahme von zwei bedeutsamen Bildsammlungen durch den VDVA
Ende Oktober und Anfang November 2018 konnte der Bildbestand um zwei größere Diasammlungen erweitert werden. Beide werden in die Bildsammlung des Verbandes Deutscher Verkehrsamateure (VDVA) eingebunden.

Sammlung Horst Völkel

Die Sammlung von Horst Völkel besteht aus etwa 40.000 Kleinbilddias und dokumentiert als Schwerpunkt Fahrzeuge von Straßenbahnen, es gibt aber auch Aufnahmen von Eisenbahnen und Autobussen. Der in Augsburg geborene Verkehrsfreund hat lange Jahre in Saarbrücken gelebt und in beiden Städten bei der Straßenbahn gearbeitet. Er war bis 2010 auch Mitglied des VDVA, verließ den Verband dann aus gesundheitlichen Gründen und ist schon vor längerer Zeit verstorben. Mit Ausnahme der Dias über Augsburg, die vom dortigen Verein übernommen wurden und betreut werden, konnte die übrige Sammlung nach dem Tod von Völkel nur durch glückliche Umstände von einem VDVA-Mitglied aus dem Saarland vor der Entsorgung gerettet werden. Er hat sich dann einige Jahre um sie gekümmert, bis der Lagerort nun anderweitig benötigt und eine Standortverlagerung notwendig wurde. Seit Ende Oktober 2018 befinden sie sich nun am Standort großer Teile der VDVA-Bildsammlung in Köln.

Bei der ersten Sichtung konnte erfreut festgestellt werden, dass die Sammlung sehr gut strukturiert und sortiert ist. Fast alle Dias sind umfassend beschriftet. Die Sortierung ist nach Betrieben und dann nach Fahrzeugnummern sortiert, welche ein gutes Auffinden gesuchter Fahrzeuge ermöglicht.

Horst Völkel hat ab Mitte der 1960er Jahre begonnen, Farbdias anzufertigen. Darüber hinaus hat er zur Komplettierung auch Dias von anderen Verkehrsfreunden zugekauft oder auf dem Tauschwege erhalten, aber auch Reproduktionen von Papierabzügen angefertigt. Neben der Dokumentation der Personenfahrzeuge hat Völkel großen Wert auch auf die Dienstfahrzeuge eines Betriebes gelegt und hier nicht nur auf die Triebwagen, sondern auch auf die Anhängewagen.  Auf diesem Sektor ergänzt die Sammlung die vorhandenen Bestände wesentlich. Weitere Spezialgebiete des Sammlers waren Bilder von Depots und die Probeeinsätze von Fremdfahrzeugen.

In einem ersten Schritt erfolgt die Umsortierung der Dias von platzintensiven Vorführmagazinen in raumsparende Aufbewahrungsboxen. Dort erhalten sie für die Festschreibung des Fundortes und die digitale Erfassung eine Signatur. Danach wird damit begonnen werden, Dias der Sammlung zu scannen. Aufgrund der Menge der Aufnahmen wird dabei zunächst eine Selektierung nach Betrieben, Qualität und Alter der Bilder notwendig sein. Auch wird das für gezielte Anfragen benötigte Material immer Vorrang haben.

Um einen Überblick über das Vorhandene zu ermöglichen, wird nach Abschluss der Umsortierung zunächst eine Übersicht erstellt, die auch auf den Internetseiten der Bildarchive abrufbar sein wird.  Dies dürfte zu Beginn des Jahres2019 möglich sein.

Sammlung Frits van der Gragt

Ende August 2018 verstarb in Amsterdam der bekannte niederländische Verkehrsfreund Frits van der Gragt im Alter von fast 88 Jahren. Er war seit längerem auch Ehrenmitglied des VDVA und hatte schon vor Jahren seinen Wunsch bekundet, dass sich der VDVA nach dem Tod um den Fortbestand großer Teile seiner Bildsammlung  kümmert. Noch kurz vor seinem Ableben hat er schriftlich genau festgelegt, welche Bilder er wem zur weiteren Betreuung übergibt. In zwei Transporten konnten die für den VDVA bestimmten Teile im November nach Köln gebracht werden.

Frits van der Gragt gilt als einer der Pioniere der Verwendung von Farbdias bei der Verkehrsfotografie, denn er begann bereits 1958 damit und erstellte als weitere Besonderheit seine Aufnahmen bis in die 1980er Jahre hinein mit einer 6x6 cm Mittelformatkamera. Erst danach wechselte er zu Kleinbildern als Dia, fotografierte aber bis Ende der 1990er Jahre parallel auch noch mit einer Kamera für das 4x7 cm Format. Erst vor wenigen Jahren ging er vollständig zur digitalen Erstellung von Bildern über.  

Im Lauf der langen Schaffensperiode von van der Gragt sind zehntausende Aufnahmen entstanden, lange Jahre in Form von Glasdias mit entsprechendem Gewicht. Das Hauptaugenmerk des fotografischen Schaffens richtete sich auf Straßenbahnen, es wurden aber auch Eisenbahnen fotografiert und auf seinen zahlreichen Reisen auch zu exotischen Zielen überall auf der Welt auch Land und Leute.  Van der Gragt stellte bei seinen Verkehrsaufnahmen selten das Fahrzeug in den Vordergrund, sondern besaß einen guten Blick für die gesamte Situation, die er im Bild festhalten wollte. Eine hohe Motiv- und Aufnahmequalität machen die Aufnahmen von ihm  daher besonders wertvoll. Er hat sich auch zur Illustration zahlreicher Veröffentlichungen in Buchform und in Zeitschriften, aber auch zu Vorträgen gerne genutzt. Ein Markenzeichen seiner Dias ist auch die exakte Beschriftung mit Inhalt und Aufnahmedaten.

Schon sehr früh reiste van der Gragt auch in Länder des Ostblocks, die vielen Fotografen als heikel galten. Mit entsprechender Um- und Vorsicht schaffte er es auch hier, zahlreiche wertvolle Bilddokumente zu erstellen.

Neben den eigenen Aufnahmen hat van der Gragt über Jahrzehnte aber auch Papierabzüge und Ansichtskarten mit Straßenbahnen gekauft und gesammelt, die er ebenfalls exakt beschriftet und zum Großteil auf Karteikarten aufgeklebt nach Betrieben sortiert in einem extra dafür angefertigten Schubladensystem  abgelegt hat.

Mit Ausnahme der Aufnahmen aus Belgien, den Niederlanden und den GUS-Staaten sowie den Eisenbahnbildern aus  Österreich und der Schweiz sind  alle anderen Bilder und damit der Großteil der Sammlung  in den Besitz des VDVA übergegangen. Wir halten es aber für sinnvoll, die von van der Gragt geschaffenen Bilder im Ganzen als sein Lebenswerk zu betrachten und daher auch mit den übrigen Empfängern von Sammlungsteilen eine Zusammenarbeit zu pflegen. Einzelne positive Rückmeldungen dazu liegen uns auch bereits vor.

Die Diasammlung ist in den letzten Jahren von van der Gragt intensiv für  Veröffentlichungen und Vorträge genutzt worden, wobei die dazu aus der auch bei den Dias einmal angelegten sehr guten Sortierung herausgenommenen Bilder leider nicht wieder zurücksortiert worden sind. Bevor eine künftige Nutzung möglich ist und eine Übersicht des vorhandenen Materials erstellt werden kann, muss hier zunächst die ursprüngliche Ordnung wieder hergestellt werden, was angesichts der Gesamtmenge der Dias aber auch der wieder einzusortierenden Stückzahl von mehreren Tausend Aufnahmen noch längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Dabei müssen auch die Dias, welche zu Ländern gehören, die von Kollegen betreut werden, weitergereicht werden.

Die Mittelformatdias und  Papierbilder werden zumindest vorläufig  in ihren vorhandenen Schubladen verbleiben, die Kleinbilddias dagegen in die für alle anderen Diasammlung verwendeten Lagerboxen umsortiert um eine platzsparende Unterbringung zu ermöglichen 

Als erstes wird nach Abschluss dieser Arbeiten dann eine Übersicht erstellt werden, die über den Internetauftritt der Bildsammlungen zugreifbar sein wird. Wir bitten um Verständnis dafür, dass es auch erst dann möglich sein wird, Wünsche nach Aufnahmen aus der Sammlung van der Gragt zu erfüllen.

 

Axel Reuther – Archivbeauftragter des VDVA  

 

Grundsätzlich gilt für das Bildarchiv weiterhin:

Das Scannen von Material wurde im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten fortgesetzt. Es wird angestrebt, in Kürze über das neu verfügbare Material ausführlicher zu berichten.

 

Wenn Sie etwas suchen, kontaktieren Sie das Bildarchiv. Sofern zu dem angefragten Thema Material vorhanden ist, folgt ein individuelles Angebot und im Falle einer Fehlanzeige auch die entsprechende Nachricht.

 

Auch wenn sich die Bildsammlung schwerpunktmäßig auf städtische Verkehrsmittel erstreckt, können wir auch Eisenbahnfreunden und hier vor allem Interessenten an Klein- und Privatbahnen einiges bieten. Aber auch zum Bereich der "großen" Eisenbahn, also der Staatsbahnen, gibt es zahlreiches Bildmaterial mit Schwerpunkt DB, ÖBB und SBB. Auch das Thema Binnenschiffahrt ist mit kleineren Beständen vertreten. Dieses Material ist da, wird aber nicht aktiv dargestellt und beworben. Daher: Fragen Sie nach - es gibt viel mehr als Sie denken!