Neuigkeiten

25.05.2021

Seit der letzten Übersicht über Neuheiten bei den Bildsammlungen sind nun schon wieder zweieinhalb Jahre vergangen. Es ist nicht so, dass sich seither keine Erweiterungen der Sammlungen gegeben hat, vielmehr fehlte es immer wieder an Zeit, hierüber zu berichten. Hinzu kam besonders seit Beginn der Corona-Pandemie ein erheblich erhöhtes Anfrage- und Bestellaufkommen, welches abgewickelt werden musste. Bei den jeweiligen Angeboten fanden aber neue Bestände, sofern sie bereits erschlossen wurden, in den Übersichten Berücksichtigung.

 

Im Bereich der Bildsammlung des Verbandes Deutscher Verkehrsamateure (VDVA) konnten dank der tatkräftigen Unterstützung eines Mitgliedes einige wesentliche Verbesserungen umgesetzt werden:

  • Die ursprüngliche listenmäßige Zusammenstellung durch eine zeitgemäße Präsen-tation in zwei Datenbanken (Inland und Ausland) ersetzt. Komfortable Suchfunktionen erleichtern das Auffinden von Aufnehmen erheblich.
  • Die bereits bearbeiteten Aufnahmen konnten in Form von Kleinansichten in die Übersichten integriert werden, so dass der Inhalt eines Bildes hier auch sichtbar wird. Da die etwa 15.000 Aufnahmen nur schrittweise gescannt und eingestellt werden können, wird sich die Integration aber über einen längeren Zeitraum erstrecken
  • Erheblich einfacher ist mit der neuen Form der Präsentation die Erweiterung der Bestände sowohl in der Listenform, als auch bei den Kleinansichten. So wurde der Bildbestand von Gerd Leimbach, bei dem zumindest die Negative komplett gescannt vorliegen, für die inländischen Straßenbahnbetriebe und von ihm besuchten Betriebe im Ausland „rund um Deutschland“ bereits vollständig sichtbar gemacht. triebe im Ausland. Bei den Aufnahmen von Leimbach handelt es sich um Typenbilder von Fahrzeugen, beginnend ab 1946 bis Mitte der 1990er Jahre. Sie sind überwiegend schwarz-weiß, Farbaufnahmen entstanden erst ab Mitte der 1980er Jahre.
  • In einem nächsten Schritt werden die Mittelformat-Farbdias von Frits van der Gragt in die Übersicht mit aufgenommen. Die Straßenbahnbetriebe von Nordrhein-Westfalen sind bereits weitgehend bearbeitet. Die hochwertigen Aufnahmen, welche in erster Linie Fahrzeuge in ihrer Umgebung in Stadt und Land zeigen, beginnen 1958 und bestechen durch ihren „Blick für das Motiv“. Die verfügbaren Aufnahmen sollen im Laufe des Jahres durch weitere Bereiche ergänzt werden. So stellen z.B. die ab den 1960er Jahren in der ehemaligen DDR entstandenen Dias besondere Höhepunkte dar.           

Der Bestand an Aufnahmen des VDVA konnte seit 2018 auch durch einige kleinere Sammlungen ergänzt werden. Verkehrsfreunde verkleinern hin- und wieder ihre Bestände und reduzieren sie auf bestimmte Betriebe oder Verkehrsmittel. Hier werden die abzugebenden Sammlungsteile auch dem VDVA angeboten, der gerne zugreift, wenn das Material der Ergänzung der vorhandenen Motive dient. Die Aufnahmen von Gilbert Kesten und Uwe Kerl sind sortiert aber noch nicht erfasst. Bei passenden Anfragen wird aber auf das Material zurückgegriffen. Die Schwerpunkte des Materials von Kesten liegt bei Obussen und Autobussen.

 

Jürgen Niemeyer aus Mannheim stellte dem VDVA eine digitale Sammlung mit Aufnahmen von Verkehrsmitteln aus dem Rhein-Neckar-Raum zur Nutzung zur Verfügung. Auch einige andere Verkehrsbetriebe sind dabei. Die Farbaufnahmen stammen aus einem Zeitraum von 1980 bis heute. Enthalten sind bei verkauften Fahrzeugen auch die Einsätze in der neuen Heimat.

 

Im Jahre 2016 verstarb das langjährige VDVA-Mitglied Karl-Heinz Wagner aus Wuppertal. Er war ab 1961 regelmäßiger Tagungsteilnehmer. Seine ersten Farbdias stammen von der Verkehrsausstellung „Schiene & Straße“ im September 1960. Lange Jahre sind auf den Tagungen gute Aufnahmen von den dort eingesetzten und zu sehen gewesenen Fahrzeugen entstanden. Sein Sohn hat dem VDVA dankenswerterweise diese Dias zur weiteren Verwendung übergeben. Wir haben kürzlich begonnen, diese zu Scannen und werden zunächst einmal alle Tagungen bis 1999 erfassen.  

Neue Sammlungen in der Obhut des Nahverkehrs-Bildarchivs von Axel Reuther

Die Dia- und Negativsammlung von Wolfgang Weiss

Bereits im Jahre 2016 verstarb dieser in Neuss wohnende Verkehrsfreund. Er ist einem breiteren Kreis von Verkehrsfreunden dadurch bekannt geworden, dass er Ende der 1970er Jahre begann, unter dem Namen BAHN DIA WEISS, Serien mit gut duplizierten Dias von verschiedenen Verkehrsunternehmen zu vertreiben. Sie fanden aufgrund ihrer Qualität viele Freunde. Seine ab Ende der 1960 Jahre entstandenen Typenaufnahmen in Form von Klein-bild-Dias bildeten den Grundstock für diese Serien. Dabei besuchte er die Betriebe im In- und Ausland und fotografierte systematisch und geplant die dort vorhandenen Schienen-fahrzeuge. Begonnen hatte er seine Tätigkeit Mitte der 1960er Jahre mit der Erfassung von Fahrzeugen der Deutschen Bundesbahn, zunächst in schwarz-weiß, später dann auch in Farbe.

Nach dem Tod verblieb der Nachlass bis Sommer 2019 zunächst unangetastet in seinem Haus, da es keine Verfügung von ihm zur weiteren Verwendung gab. Seine Tochter begann zwecks Verkaufs der Immobilie mit der Auflösung des Nachlasses und fand in den Unterlagen des Vaters den Namen Axel Reuther mit dem Hinweis auf zwei betreute Sammlungen von Weggefährten und Hobbyfreunden ihres Vaters und nahm Kontakt auf. Wichtig war ihr dabei, dass das Material zusammenhängend und nutzbar erhalten bleibt. Bis Februar 2020 konnte die komplette Diasammlung, zusätzlich aber auch Zeitschriften, Bücher und Filme über-nommen werden. Die Erfassung gestaltete sich dank guter Sortierung und perfekter Beschrif-tung einfach, so dass sie praktisch sofort nutzbar war. Die Sammlung besteht aus etwa 25.000 Dias und 5000 Negativen. Fotografiert wurde in vielen Ländern Europas von Ungarn bis Portugal und dies schon z.T. zu Beginn der 1970er Jahre. Davon sind bislang die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz im Nahverkehrsbereich und den Privatbahnen bear-beitet. Die Sammlung besteht dabei nahezu ausschließlich aus Typenbildern, wobei die Fahrzeuge nach Vorbild des Lokomotivbildarchivs Bellingrodt zumeist in verschiedenen Positionen an gut ausgeleuchteten Standorten porträtiert worden sind. Die Erstellung eines Gesamtverzeichnisses ist in Planung.

Die Dia- und Negativsammlung von Klaus Ruhkopf

Der Kölner Verkehrsfreund ist Ende November 2020 leider viel zu früh einer tödlichen Krankheit erlegen. Schon zu Zeiten, als an das frühe Ende noch nicht gedacht werden musste, hat er sich mit der Zukunftssicherung seiner Sammlung beschäftigt. Wichtig war ihm dabei, dass seine Bilder auf Dauer für Interessenten zugänglich bleiben, weshalb schon vor etlichen Jahren die etwa 2500 vorhandenen schwarz-weiß Negative der späten 1960er Jahre an das Reuthersche Nahverkehrs-Bildarchiv abgegeben wurden. Dort standen sie seither gescannt zur Verfügung.

Auch Dias bestimmter Betriebe wurden bereits nach und nach bearbeitet. Ruhkopfs fotografische Tätigkeit umfasste zunächst den Bereich Straßenbahnen, wo ab Ende der 1960er Jahre auf Farbdias gewechselt wurde. Später kamen auch vorzugsweise elektrische Privatbahnen hinzu, wobei sich das Interessensgebiet neben den Ländern „rund um Deutschland“ auch auf Südeuropa erweiterte.

Von der reinen Typenfotografie, die aber auch später zur Dokumentation des Rollmaterials immer noch eingeschränkt betrieben wurde, wendete er sich zunehmend der Stadtszenen und Landschaftsfotografie zu, wobei das Verkehrsmittel Bahn Bestandteil seiner Umgebung war. Ruhkopf verstand es meisterhaft, zu verschiedenen Jahreszeiten Stimmungen mit seinen Bildern einzufangen. Dabei war er Perfektionist und überließ nichts dem Zufall. Mancher Fotopunkt wurde mehrfach und so oft aufgesucht, bis das Bild des Motives dann endlich seinen Vorstellungen entsprach. Witterung und Sonnenstand bestimmten ebenfalls das Entstehen seiner Aufnahmen.

Mit Aufkommen der Digitalfotografie eröffneten sich zahlreiche neue Möglichkeiten, die auch bis kurz vor seinen Tod intensiv genutzt worden.

Leider fand das Dokumentieren von Aufnahmepunkten und Daten nicht so sehr das große Interesse, was eine ordentliche Erfassung der Bilder teilweise schwierig macht. Das Nahverkehrs-Bildarchiv wird sich bei der Übernahme vorzugsweise auf das Bildmaterial von Straßenbahnen beschränken, ein Eisenbahnkollege aus dem Freundeskreis des Fotografen übernimmt den Part der übrigen Bahnaufnahmen. Es wir aber ein gegenseitiges Zugriffs- und Nutzungsrecht auf den Gesamtbestand geben.

Die Bearbeitung steht erst am Anfang, wobei übernommene Sammlungsteile so weit sortiert sind, dass sie genutzt werden können. Die Erstellung eines Gesamtverzeichnisses ist auch hier zu gegebener Zeit in Planung.

In letzter Minute gerettet: Die Negativsammlung von Heinz-Lorenz Hojnczyk

Viel hätte nicht gefehlt und die Ordner mit den Negativen von etwa 550 Filmen, wären bei der Räumung des Hauses wie so vieles andere von einem professionellen Räumkommando ver-mutlich achtlos entsorgt worden. Dass es nicht so kam, ist einer ganzen Reihe von glücklichen Zufällen zu verdanken, zeigt aber drastisch, wie es gehen kann, wenn man nicht zu Lebzeiten selbst Vorsorge trifft. Der Fotograf verstarb Ende November 2020, war zuletzt als Pflegefall in einem Heim untergebracht und besaß keine Angehörigen mehr.

Hojnczyks fotografische Interessen waren vielfältig. Sie spiegeln sich auf seinen 220 schwarz-weiß und 330 Farbenegativfilmen, die übersichtlich und nummeriert in Negativtaschen abgelegt und über lange Jahre mit einem Datenregister ergänzt sind, wider. Für die Zwecke des Bildarchivs werden in erster Linie die Aufnahmen mit Verkehrsbezug herausgefiltert. Seine besondere Liebe galt aber dem Tagebau-Bergbau, welchen er an seinem Wohnort in Kerpen-Buir quasi vor der Haustüre hatte. Dank seiner guten Beziehungen zum Betreiber Rheinische Braunkohlenwerke (RBW) bzw. RWE als Nachfolger, bekam er für seine fotografische Tätig-keit auch in die streng abgeschirmten Tagebaue Zugang und konnte die für die Kohleförderung eingesetzten Großgeräte und den Bahnbetrieb dort bildlich dokumentieren. Mit dem Ziel, die dortigen Abläufe besser zu verstehen, absolvierte er sogar nach Ende seines Berufslebens als Planer für technische Ausstattungen von Industriebetrieben, ein Bergbaustudium an der RWTH in Aachen!

Die ersten Aufnahmen Hojnczyks entstanden 1959. Besucht wurden viele Straßen-bahnbetriebe der Region, wobei ihm zugutekam, dass er für seinen Beruf über ein Auto verfügte und so sehr mobil war. Besonderen Gefallen fand er an den beiden kleinbahnartigen Betrieben von Düren, aber auch der RWE-Straßenbahn von Siegburg nach Zündorf, die er bis zu deren Ende immer wieder besuchte und dort fotografierte. Bei seinen Aufnahmen standen die Fahrzeuge zwar im Vordergrund, es entstanden aber auch zahlreiche Bilder „mit Umfeld“. Fahrzeuge der DB und etlicher Privatbahnen wurden ebenso fotografiert.

Die ersten 1500 Aufnahmen in schwarz-weiß sind bereits bearbeitet. Weitere folgen nach und nach. Aufgrund des zu vermutenden Interesses am Bereich Bergbau, werden auch die in den Tagebauen entstanden Aufnahmen miterfasst. Auch hier ist eine listenmäßige Erfassung geplant.  

 

Egal was Sie suchen: Fragen lohnt immer!

In diesem Zusammenhang der Hinweis, dass wir uns aus Zeitgründen zunächst einmal auf die Bearbeitung und Präsentation des Bildmaterials beschränken, welches Straßenbahnen zeigt. Das vorhandene Material umfasst aber viele Bereiche des Verkehrswesens sowohl auf der Schiene als auf der Straße. Eisenbahnen (staatlich und privat) gehören ebenso dazu wie Obusse und Autobusse, aber in bescheidenem Maße auch Schiffe. Besonders im „Bahnland Schweiz“ sind die Bildsammlungen ab den 1950er Jahren bei den zahlreichen elektrischen Privatbahnen bestens sortiert. Auch die Obusbetriebe des Landes sind gut dokumentiert. Eine Anfrage auch zu diesen Bereichen lohnt in jedem Fall, zumeist kann geholfen werden!

 

Axel Reuther - Archivbeauftragter des VDVA

 

Ältere Ankündigungen von Neuigkeiten

27.11.2018

Material aus Belgien erweitert die VDVA-Bildsammlung
IIm April 2018 nahm die in Brüssel ansässige Vereinigung MuPDoFer (Musée Privé de Documentation Ferroviaire) Kontakt mit dem VDVA auf, da sie Teile ihrer umfangreichen Bildsammlung aus Platzgründen abgeben und sich auf den Benelux-Raum beschränken wollte. Anfang Mai fand eine Besichtigung des Materials über Straßenbahnen und Eisenbahnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt, welche aufgrund der guten Struktur und Qualität der Bilder in einen sofortigen Ankauf mündete. Der Bestand umfasst mehrere Tausend Fotografien, überwiegend in schwarz-weiß, von Fotografen zumeist aus Belgien mit Aufnahmeschwerpunkt der 1950er bis 1970er Jahre. Es gibt auch eine kleine Sammlung Dias aus den 1970er Jahren. Auch zahlreiche historische Ansichtskarten bereichern die Sammlung. Die bestehende Sortierung ist in einem ersten Schritt nach der Übernahme der beim VDVA vorhandenen angepasst und dabei das Material gleichzeitig gesichtet worden. In einem nächsten Schritt sollen die Bilder von den viel Platz beanspruchenden A5-Karteikarten in Karteikästen umsortiert und bei dieser Gelegenheit auch mit einer Signatur versehen werden. Dabei soll dann auch eine Übersicht der vorhandenen Betriebe erstellt werden.

Wenn es die Zeit erlaubt, soll anschließend begonnen werden, die Bilder nach und nach zu scannen, wobei bei der Reihenfolge der historische Wert und das zu erwartende Interesse im Vordergrund stehen werden.  

Übernahme von zwei bedeutsamen Bildsammlungen durch den VDVA
Ende Oktober und Anfang November 2018 konnte der Bildbestand um zwei größere Diasammlungen erweitert werden. Beide werden in die Bildsammlung des Verbandes Deutscher Verkehrsamateure (VDVA) eingebunden.

Sammlung Horst Völkel

Die Sammlung von Horst Völkel besteht aus etwa 40.000 Kleinbilddias und dokumentiert als Schwerpunkt Fahrzeuge von Straßenbahnen, es gibt aber auch Aufnahmen von Eisenbahnen und Autobussen. Der in Augsburg geborene Verkehrsfreund hat lange Jahre in Saarbrücken gelebt und in beiden Städten bei der Straßenbahn gearbeitet. Er war bis 2010 auch Mitglied des VDVA, verließ den Verband dann aus gesundheitlichen Gründen und ist schon vor längerer Zeit verstorben. Mit Ausnahme der Dias über Augsburg, die vom dortigen Verein übernommen wurden und betreut werden, konnte die übrige Sammlung nach dem Tod von Völkel nur durch glückliche Umstände von einem VDVA-Mitglied aus dem Saarland vor der Entsorgung gerettet werden. Er hat sich dann einige Jahre um sie gekümmert, bis der Lagerort nun anderweitig benötigt und eine Standortverlagerung notwendig wurde. Seit Ende Oktober 2018 befinden sie sich nun am Standort großer Teile der VDVA-Bildsammlung in Köln.

Bei der ersten Sichtung konnte erfreut festgestellt werden, dass die Sammlung sehr gut strukturiert und sortiert ist. Fast alle Dias sind umfassend beschriftet. Die Sortierung ist nach Betrieben und dann nach Fahrzeugnummern sortiert, welche ein gutes Auffinden gesuchter Fahrzeuge ermöglicht.

Horst Völkel hat ab Mitte der 1960er Jahre begonnen, Farbdias anzufertigen. Darüber hinaus hat er zur Komplettierung auch Dias von anderen Verkehrsfreunden zugekauft oder auf dem Tauschwege erhalten, aber auch Reproduktionen von Papierabzügen angefertigt. Neben der Dokumentation der Personenfahrzeuge hat Völkel großen Wert auch auf die Dienstfahrzeuge eines Betriebes gelegt und hier nicht nur auf die Triebwagen, sondern auch auf die Anhängewagen.  Auf diesem Sektor ergänzt die Sammlung die vorhandenen Bestände wesentlich. Weitere Spezialgebiete des Sammlers waren Bilder von Depots und die Probeeinsätze von Fremdfahrzeugen.

In einem ersten Schritt erfolgt die Umsortierung der Dias von platzintensiven Vorführmagazinen in raumsparende Aufbewahrungsboxen. Dort erhalten sie für die Festschreibung des Fundortes und die digitale Erfassung eine Signatur. Danach wird damit begonnen werden, Dias der Sammlung zu scannen. Aufgrund der Menge der Aufnahmen wird dabei zunächst eine Selektierung nach Betrieben, Qualität und Alter der Bilder notwendig sein. Auch wird das für gezielte Anfragen benötigte Material immer Vorrang haben.

Um einen Überblick über das Vorhandene zu ermöglichen, wird nach Abschluss der Umsortierung zunächst eine Übersicht erstellt, die auch auf den Internetseiten der Bildarchive abrufbar sein wird.  Dies dürfte zu Beginn des Jahres2019 möglich sein.

Sammlung Frits van der Gragt

Ende August 2018 verstarb in Amsterdam der bekannte niederländische Verkehrsfreund Frits van der Gragt im Alter von fast 88 Jahren. Er war seit längerem auch Ehrenmitglied des VDVA und hatte schon vor Jahren seinen Wunsch bekundet, dass sich der VDVA nach dem Tod um den Fortbestand großer Teile seiner Bildsammlung  kümmert. Noch kurz vor seinem Ableben hat er schriftlich genau festgelegt, welche Bilder er wem zur weiteren Betreuung übergibt. In zwei Transporten konnten die für den VDVA bestimmten Teile im November nach Köln gebracht werden.

Frits van der Gragt gilt als einer der Pioniere der Verwendung von Farbdias bei der Verkehrsfotografie, denn er begann bereits 1958 damit und erstellte als weitere Besonderheit seine Aufnahmen bis in die 1980er Jahre hinein mit einer 6x6 cm Mittelformatkamera. Erst danach wechselte er zu Kleinbildern als Dia, fotografierte aber bis Ende der 1990er Jahre parallel auch noch mit einer Kamera für das 4x7 cm Format. Erst vor wenigen Jahren ging er vollständig zur digitalen Erstellung von Bildern über.  

Im Lauf der langen Schaffensperiode von van der Gragt sind zehntausende Aufnahmen entstanden, lange Jahre in Form von Glasdias mit entsprechendem Gewicht. Das Hauptaugenmerk des fotografischen Schaffens richtete sich auf Straßenbahnen, es wurden aber auch Eisenbahnen fotografiert und auf seinen zahlreichen Reisen auch zu exotischen Zielen überall auf der Welt auch Land und Leute.  Van der Gragt stellte bei seinen Verkehrsaufnahmen selten das Fahrzeug in den Vordergrund, sondern besaß einen guten Blick für die gesamte Situation, die er im Bild festhalten wollte. Eine hohe Motiv- und Aufnahmequalität machen die Aufnahmen von ihm  daher besonders wertvoll. Er hat sich auch zur Illustration zahlreicher Veröffentlichungen in Buchform und in Zeitschriften, aber auch zu Vorträgen gerne genutzt. Ein Markenzeichen seiner Dias ist auch die exakte Beschriftung mit Inhalt und Aufnahmedaten.

Schon sehr früh reiste van der Gragt auch in Länder des Ostblocks, die vielen Fotografen als heikel galten. Mit entsprechender Um- und Vorsicht schaffte er es auch hier, zahlreiche wertvolle Bilddokumente zu erstellen.

Neben den eigenen Aufnahmen hat van der Gragt über Jahrzehnte aber auch Papierabzüge und Ansichtskarten mit Straßenbahnen gekauft und gesammelt, die er ebenfalls exakt beschriftet und zum Großteil auf Karteikarten aufgeklebt nach Betrieben sortiert in einem extra dafür angefertigten Schubladensystem  abgelegt hat.

Mit Ausnahme der Aufnahmen aus Belgien, den Niederlanden und den GUS-Staaten sowie den Eisenbahnbildern aus  Österreich und der Schweiz sind  alle anderen Bilder und damit der Großteil der Sammlung  in den Besitz des VDVA übergegangen. Wir halten es aber für sinnvoll, die von van der Gragt geschaffenen Bilder im Ganzen als sein Lebenswerk zu betrachten und daher auch mit den übrigen Empfängern von Sammlungsteilen eine Zusammenarbeit zu pflegen. Einzelne positive Rückmeldungen dazu liegen uns auch bereits vor.

Die Diasammlung ist in den letzten Jahren von van der Gragt intensiv für  Veröffentlichungen und Vorträge genutzt worden, wobei die dazu aus der auch bei den Dias einmal angelegten sehr guten Sortierung herausgenommenen Bilder leider nicht wieder zurücksortiert worden sind. Bevor eine künftige Nutzung möglich ist und eine Übersicht des vorhandenen Materials erstellt werden kann, muss hier zunächst die ursprüngliche Ordnung wieder hergestellt werden, was angesichts der Gesamtmenge der Dias aber auch der wieder einzusortierenden Stückzahl von mehreren Tausend Aufnahmen noch längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Dabei müssen auch die Dias, welche zu Ländern gehören, die von Kollegen betreut werden, weitergereicht werden.

Die Mittelformatdias und  Papierbilder werden zumindest vorläufig  in ihren vorhandenen Schubladen verbleiben, die Kleinbilddias dagegen in die für alle anderen Diasammlung verwendeten Lagerboxen umsortiert um eine platzsparende Unterbringung zu ermöglichen 

Als erstes wird nach Abschluss dieser Arbeiten dann eine Übersicht erstellt werden, die über den Internetauftritt der Bildsammlungen zugreifbar sein wird. Wir bitten um Verständnis dafür, dass es auch erst dann möglich sein wird, Wünsche nach Aufnahmen aus der Sammlung van der Gragt zu erfüllen.

 

Axel Reuther – Archivbeauftragter des VDVA  

 

20.12.2015

Es ist schon wieder über ein Jahr her, dass an dieser Stelle einige Neuigkeiten präsentiert wurden. Der bevorstehenden Jahreswechsel soll genutzt werden, über die zwischenzeitlich erfolgten Veränderungen zu informieren. Die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres erstreckten sich aus Zeitgründen in erster Linie auf die Beantwortung eingehender Anfragen und die Abwicklung der daraus folgenden Bestellungen. Dennoch konnte auch wieder einiges neues Material bearbeitet und in die Sammlung aufgenommen werden.

 

Die listenmäßige Zusammenstellung des nunmehr vollständig bearbeiteten Bildmaterials von Gerd Leimbach konnte leider noch nicht abgeschlossen werden. Es ist aber vorgesehen, die Liste Anfang 2016 fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Gezielte Anfragen werden gerne entgegen genommen. Gerd Leimbach hat überwiegend Fahrzeuge meist formatfüllend aufgenommen. Er fotografierte ausschließlich Schienenfahrzeuge von städtischen Verkehrsbetrieben und Klein- und Privatbahnen und dies überwiegend in der alten Bundesrepublik. Neben den Triebfahrzeugen fanden auch Bei- und Reisezugwagen sowie Dienst- und Güterfahrzeuge das Interesse der Fotografen. Als regelmäßiger Teilnehmer von Jahrestagungen des VDVA besuchte er dabei auch die Nachbarländer Belgien, Niederlande, Österreich und Schweiz. Bis Ende der 1970er Jahre entstanden ausschließlich schwarz-weiß Bilder, danach bis Mitte der 1980er Jahre parallel auch Farbnegative, danach dann ausschließlich. Seither gehörten auch regelmäßige Besuche der Schweizer Bahnen zum Programm des Fotografen. Neben den eigenen Fotografien ergänzte er hauptsächlich das Bildmaterial von deutschen Privatbahnen durch gezielte Käufe von Bildern anderer Fotografen. Ziel war dabei, einen möglichst breiten Querschnitt aller Fahrzeuge, auch solcher die er selbst nicht fotografiert hat, zu bekommen. So gibt es außer den Negativscans tausende Karteikarten mit schwarz-weiß Originalfotos. Auch dieses Material ist sortiert und steht für Anfragen zur Verfügung.

 

Von Fritz Roth sind nicht nur 100 weitere Filme aus Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre gescannt worden, sondern auch zahlreiche, bisher verschwunden geglaubte ältere Filme aufgetaucht, deren Bearbeitung ebenfalls erfolgte. Das Material steht zur Verfügung, was weiterhin noch fehlt, ist die listenmäßige Zusammenstellung. Roth war ebenfalls ein reiner „Typenfotograf“ und hat Fahrzeuge zumeist formatfüllend aufgenommen. Auch wenn ab Ende der 1960er Jahre zunehmend der Farbnegativfilm zum Einsatz kam, ist zusätzlich weiterhin auch schwarz-weiß fotografiert worden. „Arbeitsgebiete“ von Roth waren hauptsächlich Deutschland, schon ab 1958 regelmäßig die Schweiz und nach 1990 auch die ehemalige DDR. Es sind sowohl Straßenbahnen als auch Busse abgelichtet worden. In der Schweiz fanden zusätzlich auch die Fahrzeuge der Privatbahnen bevorzugtes Interesse. Die fotografische Tätigkeit Roths erstreckte sich dabei auch auf Reisezug- und Güterwagen. Gezielte Anfragen können bereits beantwortet werden.

 

Der langjährige VDVA-Vorsitzende Günter Stetza hat zwar kaum selbst fotografiert (die Negative befinden sich im Bestand der VDVA-Bildsammlung), für seine journalistische Tätigkeit erhielt er aber von Fahrzeugherstellern und Bahnverwaltungen zahlreiche hochwertige Profiaufnahmen, überwiegend als Porträts von Fahrzeugen aber auch technischen Detailbildern. Dieser etliche tausend Aufnahmen umfassende Bestand ist nun zumindest nach Sachgebieten sortiert, für den Bereich der städtischen Verkehrsmittel auch nach Betrieben. Es ist auch ein größerer Posten Werkaufnahmen der Düsseldorfer Waggonfabrik (DÜWAG) vorhanden. Teilweise ist das Material auch bereits gescannt, da es für Veröffentlichungen Verwendung gefunden hat oder dafür genutzt werden sollte. Bei Anfragen findet es bereits Berücksichtigung, wenn es zum Suchgebiet passt.

 

Der zur VDVA-Bildsammlung gehörende Negativ- und Diabestand von Günter H. Köhler ist weiter bearbeitet worden. Die schwarz-weiß Negative, beginnend 1974, sind bis 1989 gescannt aber noch nicht vollständig sortiert. Sie können aber für Anfragen genutzt werden. Die tausende Aufnahmen umfassende Diasammlung ist komplett sortiert, aber erst in Ansätzen gescannt. Köhler hat städtische Verkehrsmittel auf Schienen und auf Reifen (O- und Autobusse) ziemlich gleichberechtigt fotografiert. In Österreich und der Schweiz gehörten ab Anfang der 1980er Jahre auch Privatbahnen zum Interessensbereich. Mit Wohnort in der Nähe von Frankfurt am Main bilden die Verkehrsmittel dieser Region einen weiteren Schwerpunkt. Als regelmäßiger Teilnehmer an Reisen des Veranstalters Intra-Express hat Köhler auch in zahlreichen Ländern der Erde Verkehrsmittel fotografiert, so etwa in der ehemaligen Sowjetunion, aber auch in Nordamerika. Eine listenmäßige Erfassung des Bestandes scheint erst sinnvoll, wenn er komplett bearbeitet ist. Dies wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

 

Die Negativ- und Diasammlung des vor einigen Jahren verstorbenen Kölner Verkehrs-freundes Klaus Mayen ist mittlerweile vollständig erfasst und weitgehend bearbeitet. Er fotografierte ab Ende der 1960er Jahre in schwarz-weiß und stieg dann in den 1980er Jahren auf Dias um. Da er auch intensiv mit anderen Fotografen tauschte, ist nicht immer ersichtlich, ob es sich bei den Bildern um eigene Aufnahmen oder fremdes Material handelt. Der Schwerpunkt der Aufnahmetätigkeit liegt auf Köln und Umgebung, es sind aber auch bei Sonderfahrten und Besuchen zahlreiche Aufnahmen anderer Betriebe und Bahnen entstanden. Eine listenmäßige Erfassung steht noch aus, das Material wird aber bei Anfragen in der Zusammenstellung des vorhandenen Materials berücksichtigt.

 

Im letzten Jahr sind auch aus verschiedenen übernommenen Nachlässen stammende kleinere Bestände nach Anfragen bearbeitet worden, da sie in das dortige Suchgebiet gut hineinpassten. Von Joachim Berger, der in Köln gelebt hat, stammen zahlreiche Aufnahmen aus den späten 1940er und frühen 1950er Jahren, zum Teil noch in Form von Glasplatten. Sie zeigen Fahrzeuge des Personen- und Güterverkehrs der Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE).

 

Aus der umfangreichen Fotosammlung des Berliner Verkehrsfreundes Wolfgang Kramer ist der komplette Bestand zu Österreich mit Aufnahmen der Straßenbahnen, Obusse und elektrischen Privatbahnen bearbeitet und steht zur Verfügung.

 

Der ebenfalls aus Berlin stammende Verkehrsfreund Hans Engel, der ab den 1960er Jahren bis zu seinem Tod im Bergischen Land lebte, hat eine umfangreiche Sammlung von schwarz-weiß Negativen im Mittel- und Großformat hinterlassen. Es handelt sich in erster Linie um Reproduktionen von Fahrzeugaufnahmen aus Fabrikkatalogen von Herstellern, vereinzelt aber auch um eigene Aufnahmen, deren Entstehung bis in die 1930er Jahre zurückreicht. Oft sind es nur einzelne Motive, die entstanden sind. Eine listenmäßige Aufarbeitung ist zunächst nicht geplant.
 

Die hunderten gerollten Kleinbildfilme des zuletzt in Gelsenkirchen wohnenden Verkehrsfreundes Karl Lindow zu bearbeiten, ist aufgrund der langen Lagerung eine Herausforderung. Lindow, aus Berlin stammend, hat zu Beginn der 1950er Jahre etliche Jahre auch in Hamburg gelebt. Seine Filme enthalten auch Aufnahmen zu anderen Themen, so dass die Sichtung schon aus dem Grunde anstrengend ist. Auch liegen sie bunt durcheinander gewürfelt in großen Kisten und außer einem in den Filmanfang geritztem Aufnahmemonat und -jahr gibt es keine weiteren Informationen dazu. Bei seiner fotografischen Tätigkeit von Verkehrsmitteln interessierten ihn nicht nur Fahrzeuge, sondern auch die Infrastruktur in Form von Gleisen und Fahrleitungen sowie Betriebsanlagen wie Depots. So finden sich auf etlichen Filmen nur wenige oder keine Aufnahmen mit Fahrzeugen. Aus dem Material ist ein Teil der zur Bearbeitung als lohnenswert betrachteten Streifen herausgezogen und gescannt worden. Darauf finden sich zahlreiche Betriebe des In- und Auslandes ab Beginn der 1950er bis in die 1970er Jahre. Herausragend ist dabei ein größerer Bestand von Betriebsbildern von Hamburg aus den frühen 1950er Jahren.    

 

Aus dem Nachlass des Stuttgarter Fotografen Christoph Köhler sind nachfragebedingt weitere Betriebe bearbeitet worden: Dessau, Iserlohn, Kleve, Koblenz, Monheim und Offenbach sowie die niederländischen Betriebe Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und NZH.